Jahresbericht 2020 der AG Wanderfische

Der Seeforellenfang der Berufsfischer hat sich in 2020 mit 1993 kg gegenüber den beiden Vorjahren leicht erhöht, liegt aber im niedrigen Niveau der letzten Jahre. Die Angelfischerei hingegen verzeichnete 2020 einen Anstieg im Fangergebnis um ca. 50 % im Vergleich zu 2019. Damit lag der Wert im Berichtsjahr rund 40 % über dem Mittel der letzten zehn Jahre. Die Frage, ob diese Zunahme des Fangs auf verstärkte Fangaktivitäten der Angelfischer zurückzuführen ist, lässt sich jedoch nicht beantworten, da es keine derartige Zusammenstellung gibt.

Der letztjährige Laichaufstieg von rund 166 registrierten Seeforellen am KW Reichenau war der mit Abstand niedrigste Wert seit dem Jahr 2000 und deutet auf einen rückläufigen Bestand hin. Das Ergebnis der Zählungen am Kraftwerk Hochwuhr war mit 88 Tieren ähnlich wie in den letzten Jahre.

Der Rückgang der Seeforellenfänge wurde einer vertieften Analyse unterzogen (Grundlagenbericht der AG). Daraus konnten folgende Schlussfolgerungen gezogen werden:

– Der parallele Rückgang der Fänge im See und der Zahl der Aufsteiger in den Zuflüssen weist darauf hin, dass der Rückgang der Fänge wirklich einen Rückgang des Bestandes widerspiegelt und nicht nur einen Rückgang der Fangaktivitäten.

– Der Klimawandel, der sich in Änderungen des Abflussregimes und auch Veränderungen der Temperatur ausdrückt, dürfte deutliche Auswirkungen auf die verschiedenen Lebensstadien im Lebenszyklus haben.

– Von besonderer Bedeutung ist hier, dass früher zugängliche hochgelegene Laich- und Aufwuchsgewässer wieder zugänglich gemacht werden, gleichzeitig sollten weitere Wanderhindernisse auch abwärts durchgängig werden.

Die Wanderfischart Nase wurde als zweite Art neben der Seeforelle in das Arbeitsprogramm aufgenommen. Die Arbeiten dazu dauern an, einer erster Grundlagenbericht mit der Verbreitung und einer Einschätzung der Gefährdung der Nase wurde bereits vorgelegt.

Bericht AG Wanderfische 2020

Grundlagenbericht Rückgang Seeforelle