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Fangergebnisse der Bodenseefischerei im Jahr 2016 - Zusammenfassung

Der Gesamtertrag der Berufsfischer am Bodensee-Obersee erreichte 2016 nur rund 326 Tonnen (6,9 kg/ha). Dieses Ergebnis liegt zwar um 24,8 Prozent höher als im Vorjahr, ist jedoch das zweitniedrigste Ergebnis seit 1936; der Gesamtertrag liegt um 44,9 Prozent unter dem Zehnjahresmittel (591,9 t). Der Anstieg auf niedrigem Niveau ist primär auf bessere Felchenfänge im Schwebnetzsatz während der Sommermonate zurückzuführen. Während der Monate Mai bis August wurde ein weiteres 40 mm-Schwebnetz durch ein 38 mm-Netz ersetzt.

Der Felchenertrag betrug insgesamt 205,4 Tonnen; das bedeutet eine Steigerung von 34,8 Prozent gegenüber 152,4 Tonnen, die im außergewöhnlich schlechten Fangjahr 2015 erzielt worden waren. Das Ergebnis liegt jedoch unter der Hälfte des langjährigen Mittels (434,2 t). Die Konzentration des Gesamtphosphors (TP) im Jahresmittel ist im Berichtsjahr nur geringfügig auf 8,0 ?g/l angestiegen. Die letzte stärkere Durchmischung fand 2012 statt, die letzte Vollzirkulation liegt bereits 10 Jahre zurück (2006). Der Stichlingsbestand im Freiwasser ist saisonal nach wie vor sehr stark.

Auch bei Barschen war gegenüber dem Vorjahr eine Ertragssteigerung zu verzeichnen (+ 20,1 %), allerdings ebenfalls auf sehr niedrigem Niveau: das Ergebnis von 28,1 Tonnen liegt 56,9 Prozent unter dem Zehnjahresmittel von 65,4 Tonnen.

Gegenüber dem Vorjahr zunehmende Fänge waren überdies bei Weißfischen und Brachsen (+7,5 %), beim Karpfen (+32,1 %), vor allem aber bei Aalen (+39,2 %) und Welsen (+68,1 %) zu verbuchen. Beim Hecht hat sich der seit 2007 zu beobachtende Aufwärtstrend abgeflacht: mit 14,3 Tonnen liegt der Ertrag nur noch 2,4 Prozent über dem Vorjahreswert; dies ist allerdings der höchste Wert seit 1960. Beim Seesaibling hat sich der Ertrag nach dem im Vorjahr verzeichneten Einbruch nochmals auf 1,3 Tonnen halbiert. Die Fänge von Seeforellen und Zandern sind gegenüber dem Vorjahr weiter zurückgegangen (-20,1 % bzw. -11,1 %). Im Vergleich zum langjährigen Mittel waren die Erträge bei Weißfischen (inkl. Brachsen), Hechten und Aalen überdurchschnittlich (+10 %; +78,7%; +78,5%), bei Welsen wurde mit 3,3 Tonnen sogar der höchste bisher am Obersee verzeichnete Wert erreicht. Das Ergebnis bei allen übrigen Fischarten (mit Ausnahme der Schleie, 650 kg) lag deutlich unter dem Zehnjahresmittel. Dieses Ergebnis wurde von 101 Hochseepatentund 14 Halden- bzw. Alterspatentinhabern erzielt. Die existentielle Krise, in der sich die Berufsfischerei befindet, hält weiter an. Eine substantielle und nachhaltige Verbesserung der schlechten Wirtschaftslage der einzelnen Berufsfischerinnen und Berufsfischer ist erst nach Umsetzung der beschlossenen Patentreduktion bis 2020 zu erwarten.

Die Angelfischer erreichten im Berichtsjahr mit rund 44,9 Tonnen ein um 2,25 Tonnen niedrigeres Fangergebnis als im Vorjahr. Dieser Ertrag liegt um 9,6 Tonnen (-17,6 %) unter dem Zehnjahresmittel. Ertragsrückgänge bei Weißfischen, Felchen, Seesaiblingen, Seeforellen und Zandern stehen höheren Fängen bei Barschen (+34,4 %) und Hechten (+7,6 %) gegenüber. Im Bodensee-Obersee wurden 2016 insgesamt 12.637 Angelkarten ausgegeben, das sind um 211 weniger als im Vorjahr.