Laichfischfang

Im Jahr 2017 wurde der Laichfischfang auf Gangfische am 4.12.2017 freigegeben. In fünf Nächten brachten insgesamt 83 beteiligte Fischerinnen und Fischer 1.619 l Laich von Gangfischen in die sechs Brutanstalten rund um den See. Von 9. bis 14.12. wurde auf Blaufelchen gefischt – unter stürmischen Bedingungen nahmen nur bis zu 62 Fischer und Fischerinnen daran teil – entsprechend geringer war die eingebrachte Laichmenge von 1.358 l.

Fisch des Jahres 2018

Jedes Jahr wird in Österreich, der Schweiz, Deutschland und in Liechtenstein unabhängig voneinander ein Fisch des Jahres gewählt. Die Auswahl erfolgt meist aufgrund der Gefährdung der Art, mit diesem Titel soll auf die Gefährdung der Fischfauna aufmerksam macht werden. Es können aber auch andere Gründe, wie spezielle Biologie oder Verhaltensweisen einer Art als Auswahlkriterium gelten. Für das Jahr 2018 wurden folgende Fische gewählt:

Österreich: Wels (Silurus glanis)

Der europäische Wels ist im Einzugsgebiet Alpenrhein-Bodensee heimisch und gilt im Bodenseeraum als nicht gefährdet, im Gegenteil: dieser große wärmeliebende Raubfisch zeigt eine stark zunehmende Bestandsentwicklung im Bodensee. Dies wird auf die Klimaerwärmung zurückgeführt. Der Wels zeigt sich als äußerst anpassungsfähig, was sein Verhalten und seine Nahrungswahl angeht. Wels ist neben Hecht, Rotauge und Brachse eine jener „neuen“ Fischarten, die aufgrund der Ertragseinbrüche bei den typischen Wirtschaftsfischarten Felchen und Barsch von den Berufsfischern verstärkt befischt, verarbeitet und vermarktet werden – vor allem frisch und heiß geräuchert.

Wels (Siluris glanis)

Schweiz: Aal (Anguilla anguilla)

Der Aal hat einen ganz besonderen Lebenszyklus. Die adulten Tiere wandern über den Atlantik über 6.000 km bis in die Sargassosee, um dort zu laichen. Als sogenannten Weidenblattlarven gelangen dann die Jungaale driftend und schwimmend im Laufe von 1 bis 2 Jahren den ganzen Weg zurück und steigen als Glasaale in die Flussmündungen ein, schwimmen weite Strecken flussauf und überwinden aktiv Hindernisse – entlang des Rheins gelangen sie so bis in den Bodensee. Durch die Verbauung der Flüsse für die Nutzung von Wasserkraft sind die Aalbestände eingebrochen. Alleine im Hochrhein zwischen Bodensee und Basel stehen 11 Kraftwerksanlagen, die es flussauf- wie abwärts zu überwinden gilt. Im Vergleich dazu ist der Rheinfall bei Schaffhausen ein vergleichsweise einfach zu überwindendes Hindernis. Der Aal ist die einzige Fischart, welche diesen Aufstieg schafft. Beim Abstieg sind es die Kraftwerke, welche dem Aal grosse Mühe bereiten. Der Weg über die Turbinen endet oft tödlich. Das Bundesamt für Umwelt (Bafu) schätzt aufgrund der Bestandsentwicklung, dass jährlich über 90 000 Aale aus der Schweiz im Hochrhein in Richtung Nordsee abwandern, aber weniger als 10 Prozent bis zur Landesgrenze gelangen.

Aal (Anguilla anguilla)

Deutschland: Dreistachliger Stichling (Gasterosteus aculeatus)

Der Dreistachlige Stichling ist eine Kleinfischart, die ein charakteristisches Aussehen und ein einzigartiges Brutverhalten hat. Das Männchen baut zur Laichzeit ein Nest aus Pflanzen- und Algenmaterial auf dem Gewässerboden, wo es durch spezifische Schwimmbewegungen laichbereite Weibchen anlockt. Besonders ist, dass das Männchen die Brutpflege übernimmt, während das Weibchen das Nest nach der Eiablage verlässt.

Im Bodensee kommt der Stichling erst seit ca. 80 Jahren vor. Bis 2012 besiedelte er dort fast ausschließlich die ufernahen Zonen, die Flussmündungen und Häfen. Seit 2013 hat er sich massiv in das Freiwasser (Pelagial) ausgebreitet und ist dort seither die mit Abstand häufigste Fischart. Im Pelagial ist der Stichling direkter Nahrungskonkurrent der Felchen und frisst u.a. auch Larven und Jungfische von Felchen und Barsch.

Dreistachliger Stichling (Gasterosteus aculeatus)

Liechtenstein: Elritze (Phoxinus phoxinus)

Die Elritze besiedelt vorwiegend Fließgewässer der Forellen- und Äschen-Region. Sie war von einigen Jahrzehnten noch in grossen Schwärmen in den meisten Gewässern Liechtensteins anzutreffen und ist heute selten geworden. Die Elritze besiedelt organisch wenig belastete und sauerstoffreiche Fließgewässer und Seen, wobei sie Bereiche mit kiesigem bis sandigem Sohlsubstrat bevorzugt. Ältere Individuen halten sich überwiegend in Kolken und deckungsreichen, unterspülten Uferstrukturen auf, während jüngere Elritzen auch strömungsarme Flachwasserbereiche aufsuchen. Hinsichtlich ihrer Strömungspräferenz wird sie als indifferente Art eingestuft. Obwohl die Elritze zumeist in sommerkühlen Gewässern vorkommt, ist sie gegenüber höheren Wassertemperaturen wenig empfindlich. Elritzen stellen, wie andere Kieslaicher auch, hohe Ansprüche an das Laichsubstrat.

Elritze (Phoxinus phoxinus)