Barsch-Monitoring Fangjahr 2020

Mit einem Jahresertrag von 32,2 Tonnen in der Berufsfischerei im Bodensee-Obersee fiel im Fangjahr 2020 der Barschertrag gegenüber dem Vorjahr um 45,1 Tonnen (-58,3 %). Das Jahresfangergebnis liegt damit unter dem Median (60 Tonnen) der aktuellen Dekade. Abgesehen vom Januar und dem Mai liegen alle monatlichen Fangerträge unter den Mittelwerten der letzten zehn Jahre. Besonders die Monate März, April, Juli, August und September liegen stark unter den Mittelwerten. Im Berichtsjahr macht der Barschertrag am Gesamtfang rund 10,9 % aus. Mit den aktuellen Vorschriften zur Barschbefischung werden in der Regel in der ersten Jahreshälfte zwei oder drei Altersklassen befischt. Regional unterschiedlich betrifft dies im 28 mm-Netz hauptsächlich Barsche der Kohorten K15 (12-51 %), K16 (33-52 %) sowie K17 (5-32 %). In der zweiten Jahreshälfte erhöht sich der Anteil der Kohorte K17 auf 51 % bis 67 %. Im 32 mm-Netz besteht der Hauptfang in der ersten Jahreshälfte vorwiegend aus den Kohorten K14 (23-50 %), K15 (41-59 %) und K16 (0-18 %); in der zweiten Jahreshälfte nahm der Anteil der Kohorte K16 (41-71 %) deutlich zu. Der Fischanteil im Mageninhalt (80 %) von den kleineren (28 mm-Netz) und den älteren Barschen (32 mm-Netz; 93 %) liegt im Bereich der Vorjahre. Die Hechtbandwurm-Prävalenz hat vor Romanshorn stagniert. Vor Kreuzlingen und am vorarlbergischen Ufer sind die Befallszahlen weiter rückläufig. Einzig am Untersee ist die Befallsrate deutlich angestiegen. Der Kiemenwurm Ancyrocephalus paradoxus ist vor Romanshorn und Kreuzlingen ganz verschwunden. Die Prävalenz ist bei den Barschen in Vorarlberg nochmals leicht angestiegen.

Barschbericht Fangjahr 2020