Gangfische (Bodennetze) Fangjahr 2020

Der aktuelle Bericht zur Bestandsüberwachung der Gangfische liegt vor. Danach erfolgte an 9 Tagen im Zeitraum von Mai bis September ausschließlich durch Mitarbeiter der Staatlichen Fischbrutanstalt Nonnenhorn diverse Probefänge. Standardmäßig kamen Bodennetze (100 m Netzlänge, Fadenstärke 0,12 mm) der Maschenweiten 32 mm, 36 mm und 38 mm zum Einsatz. Im Untersuchungszeitraum wurden insgesamt 288 Fische verteilt auf 9 Arten gefangen. Der Anteil der Gangfische am Gesamtfang lag insgesamt bei 56,3 %, und bewegte sich abhängig von Maschenweite und Fangmonat zwischen 0 % und 93 %. Im Mai dominierten Rotaugen die Fänge, gefolgt von Flussbarschen, während Gangfische nur vereinzelt (insbes. in der MW 32 mm) vertreten waren. Von Juni bis September stellten Gangfische den Hauptanteil am Gesamtfang. Die gefangenen Fische waren den Altersklassen 2+ bis 7+ zuzuordnen, wobei die Altersklasse 4+ in den 36- und 38 mm Maschenweiten dominierten, gefolgt von 5+ Fischen. In der 32 mm Maschenweite dominierten 5+ Fische gefolgt von 4+ Fischen. 2+ Fische waren nur vereinzelt in Maschenweite 32 mm und die Altersklasse 7+ im Gesamtfang nur mit einem Individuum vertreten.

Zur Rückberechnung der Jahrgangsstärken der Gangfischpopulation wurden die offiziellen Fangangaben der Berufsfischer, die mittlere jährliche Altersklassenverteilung und die mittleren Fanggewichte von Gangfischen aus 38 mm-Bodennetzen zu Grunde gelegt. Hierbei handelt es sich um eine relativ grobe Berechnung, da die Probenahme regional begrenzt und der Stichprobenumfang verhältnismäßig klein ist. Diese Daten zeigen, dass der Jahrgang 2011 noch relativ stark ausfällt, für die Jahrgänge 2012 und 2013 jedoch ein extrem starker Einbruch zu verzeichnen ist. Ein ähnlich schwacher Jahrgang wie 2013 trat letztmals 1985 auf.

Gangfischbericht 2020