Fangergebnisse der Bodenseefischerei im Jahr 2020

Der Gesamtertrag der Berufsfischer am Bodensee-Obersee lag 2020 bei rund 295 Tonnen. Dieses Ergebnis liegt zwar 87 Tonnen über dem historischen Minimalwert aus 2019, befindet sich aber weiterhin deutlich unter dem Mittelwert der letzten zehn Jahre (435,4 t).

Die Ertragsteigerungen in 2020 sind insbesondere auf die gestiegenen Fänge beim Blaufelchen (im Vergleich zum Vorjahr +298,5 %) zurückzuführen, aber auch bei den Gangfischen (+161,2 %) wurden Zuwächse verzeichnet. Der Ertrag an Weißfischen inklusive Brachsen ist mit 30,9 t im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls leicht gestiegen (+1,8 t). Auch bei anderen bedeutenden Wirtschaftsfischen, die allerdings in deutlich geringeren Fangmengen angelandet wurden, waren leichte Zunahmen zu verzeichnen: Wels (+4,2 %), Schleie (+39 %), Karpfen (+35,9%), Seeforelle (+21 %). Die Erträge bei Hecht (-1,8 %) und Aal (-0,7 %) blieben nahezu unverändert.

Negativ auf den Gesamtfangertrag der Berufsfischer hat sich insbesondere der rückläufige Barschertrag ausgewirkt: dieser sank im Vergleich zum Vorjahr um 58,3 % auf 32,3 t und im Vergleich zum 10-Jahres-Mittel (57,8 t) um 44,1 %. Auch der Zanderertrag hat sich 2020 nahezu halbiert. Die Erträge beim Seesaibling sanken um 66,3 %, bei der Trüsche um 17,3 % – beide Fischarten werden nur noch in sehr geringen Mengen gefangen (800 bzw. 1000 kg).

Der Gesamtertrag 2020 wurde von 65 Hochseepatent- und 17 Halden- bzw. Alterspatentinhabern erzielt. Damit ist die Anzahl an Hochseepatenten im Vergleich zum Vorjahr (69) nochmals um 4 Patente gesunken und befindet sich auf einem historisch niedrigen Wert. Durch diesen Rückgang und dem Ertragsanstieg in 2020 stieg der Ertrag pro Patent auf 4,3 Tonnen. Ein Wert von über 4 Tonnen pro Patent wurde letztmals 2012 erzielt. Dies ist ein sehr erfreulicher Wert, zeigt er doch an, dass die teilweise sehr harten Restriktionen durch den Beschluss der Bevollmächtigten im Jahr 2015, die Patente auf 80 rund um den See zu reduzieren damit der einzelne Fischer mehr vorm Gesamtertrag hat, Wirkung zeigen. Dennoch reichen diese Fänge nicht aus, um als Berufsfischer ein wirtschaftliches Auskommen alleine von selbstgefangenen Bodenseefischen zu erzielen.

Die Angelfischer erzielten im Berichtsjahr mit 49,8 Tonnen ein um 3,2 Tonnen höheres Fangergebnis als im Vorjahr (+6,9 %). Der gestiegene Ertrag der Angler im Vergleich zum Vorjahr ist insbesondere auf die Zuwächse bei den wichtigen Zielfischarten Hecht (+9 %) und Felchen (+25,9 %) zurückzuführen, aber auch Ertragsanstiege bei Karpfen (+48,3 %), Seeforelle (+52,8 %) und Wels (+32,4 %) trugen zu dem Ergebnis bei. Rückgänge bei Barsch (-5,2 %) und Zander (- 6,7 %) mussten jedoch ebenfalls verzeichnet werden und führten zu einer leichten Unterschreitung des 10-Jahresmittels. Die Anzahl an ausgegebenen Angelkarten stieg in 2020 um 4,6 %.

Gesamtbericht Fangjahr 2020