Fangergebnisse der Bodenseefischerei im Jahr 2019

Der Gesamtertrag der Berufsfischer am Bodensee-Obersee lag 2019 nur rund 204 Tonnen. Dieses Ergebnis liegt rund 57 Tonnen unter dem historischen Minimalwert aus 2015 und ist somit das Fangjahr mit dem niedrigsten Ertrag seit Beginn der Statistikführung 1910. Außerdem reiht sich das Jahr 2019 in eine seit 2015 bestehende Abfolge von Jahren mit sehr niedrigen Erträgen ein.

Maßgeblich für die schwachen Fänge in 2019 waren die starken Rückgänge bei den Felchen: seit Beginn der Statistik wurde noch nie ein so niedriger Jahreswert von 51,7 t erzielt. Dies ist selbst im Vergleich zum Vorjahr, dem Fangjahr mit dem bisherigen niedrigsten Felchenertrag, in welchem nur 127,4 t Felchen angelandet wurden, ein Rückgang von 59,4 % und gegenüber dem Zehnjahresmittel (330,8 t) ein Rückgang von 84,4 %.

Positiv für das Jahr 2019 sind die Erträge beim Barsch: Diese stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 9,5 % auf 77,3 t und im Vergleich zum 10- Jahres-Mittel (57,1 t) um 35,4 %. Ein Barschertrag dieser Größenordnung wurde letztmals 2013 erzielt. Auch bei anderen bedeutenden Wirtschaftsfischen, die allerdings in deutlich geringeren Fangmengen angelandet wurden, waren leichte Zunahmen zu verzeichnen: Hecht (+18,4 %), Aal (+16,6 %), Zander (+67,9 %), Wels (+44,7 %), Seesaibling (+110 %). Durch diese Erträge war es den Berufsfischern möglich, zumindest zum Teil die starken Fangrückgänge beim Felchen zu kompensieren. Andere Arten, die für die Berufsfischerei ebenso bedeutsam sind, stagnierten hingegen auf dem Niveau der Vorjahre (Karpfen, Schleie, andere Weißfische, Seeforelle)

Der Gesamtertrag 2019 wurde von 69 Hochseepatent- und 21 Halden- bzw. Alterspatentinhabern erzielt. Damit ist die Anzahl an Hochseepatenten im Vergleich zum Vorjahr (79) nochmals um 10 Patente gesunken und befindet sich auf einem historisch niedrigen Wert. Durch diesen Rückgang sank der Ertrag pro Patent trotz starker Fangeinbußen in 2019 nicht weiter, sondern bewegte sich mit 2,8 Tonnen leicht über dem niederen Niveau der Jahre 2015-2018 (im Mittel 2,7 t pro Patent). Diese Fänge reichen nicht aus, um als Berufsfischer ein wirtschaftliches Auskommen alleine von selbstgefangenen Bodenseefischen zu erreichen.

Die Angelfischer erzielten im Berichtsjahr mit 46,6 Tonnen ein um 9,7 Tonnen niedrigeres Fangergebnis als im Vorjahr (-17,3 %). Der Ertrag liegt um 4,3 Tonnen unter dem Zehnjahresmittel. Davon unberührt stieg die Anzahl an ausgegebenen Angelkarten leicht an (+3,4 %). Der Fangertrag der Angler wurde maßgeblich bestimmt durch die rückläufigen Fänge beim Hecht (-4 t), Barsch (-4,6 t), Felchen (-2,4 t) und Zander (-1,1 t). Die leichten Zuwächse bei Seesaibling (+1,1 t), Karpfen (+0,4 t) und Wels (+0,3 t) konnten diese Einbußen nicht ausgleichen.

 

Gesamtbericht Fangjahr 2019