Fangergebnisse der Bodenseefischerei im Jahr 2018

Der Gesamtertrag der Berufsfischer in 2018 im Bodensee-Obersee lag im Vergleich zum Ergebnis des Vorjahres (298 t) um 11,7 % niedriger und betrug lediglich 263,3 Tonnen. Dieser Wert liegt um 50,6 % unter dem Mittelwert der letzten zehn Jahre (533,5 t) und nur zwei Tonnen über dem historischen Tief von 2015. Somit reiht sich das Jahr 2018 in die zurückliegenden vier Jahre, welche durch eine Abfolge von historischen Niedrigerträgen gekennzeichnet waren, ein. Der Gesamtertrag wurde von 79 Hochseepatent- und 23 Halden- bzw. Alterspatentinhabern erzielt. Damit ist die Anzahl an Hochseepatenten im Vergleich zum Vorjahr (96) nochmals um 17 Patente gesunken und befindet sich, genau wie die Fänge, auf einem historisch niedrigen Wert. Durch diesen Rückgang sank der Ertrag pro Patent jedoch nicht weiter, sondern bewegte sich mit 2,9 Tonnen leicht über dem niederen Niveau der Jahre 2015-2017 (im Mittel 2,6 t pro Patent). Mit diesem Fang ist jedoch weiterhin kein wirtschaftliches Auskommen im Haupterwerb möglich.

Maßgeblich für den Rückgang waren die schwachen Fänge bei den Felchen; noch nie seit Beginn der Statistikführung im Jahr 1910 wurde ein so niedriger Ertrag von 127,4 t erzielt. Ein Grund für diesen Rückgang war der Ausfall der Laichfischerei 2018. Dadurch verloren die Berufsfischer einen der wichtigsten Fangmonate auf Felchen. Da aber auch in den übrigen Fangmonaten die Erträge auf niedrigem Niveau verliefen, muss generell von einem sehr schlechten Fangjahr für Felchen gesprochen werden. Gegenüber dem bisherigen schlechtesten Gesamtfangjahr 2015, in welchem nur 152,4 t Felchen angelandet wurden, ist dies ein Rückgang von 16,2 %. Gegenüber dem Vorjahr (194,8 t) ein Minus von 34,6 % und gegenüber dem Zehnjahresmittel (384,9 t) ein Rückgang von 67 %. Diese Rückgänge verteilen sich nahezu gleichmäßig auf Schwebnetzfelchen (-35,9 %) und Bodennetzfelchen (-29,2 %). Dadurch bedingt ist auch der Anteil der Felchen am Gesamtfang mit 51,9 % im Vergleich zum mittleren Anteil der letzten 10 Jahre (72,5 %) unterdurchschnittlich.

Die Barscherträge stiegen im Vergleich zum Vorjahr um über 166 % (70,6 t), im Vergleich zum Zehnjahresmittel (59,6 t) um 18,5%. Ein Barschertrag dieser Größenordnung wurde letztmals 2013 erzielt. Der Anteil der Barsche am Gesamtertrag betrug daher überdurchschnittliche 26,8 % (Zehnjahresmittel: 11,1 %). Durch diese Erträge war es den Berufsfischern möglich, zumindest zum Teil, die starken Fangrückgänge beim Felchen zu kompensieren.

Im Vergleich zum Vorjahr sind neben den Felchen auch bei weiteren für die Berufsfischerei wichtigen Arten Fangrückgänge zu verzeichnen: Hecht (-5,6 %), Weißfische inkl. Brachsen (-14 %), Karpfen (-30 %), Aal (-36,6 %), Seeforelle (-42 %) und Trüsche (-55,8 %). Leichte Zuwächse im Vergleich zum Vorjahr wurden nur bei Zandern (von 5,3 t auf 5,6 t) und bei Seesaiblingen (von 0,8 t auf 1,1 t) erzielt, deutliche Zuwächse bei Wels (+41,6 %, von 2,1 t auf 3 t) und Schleien (+61,8 %, von 0,8 t auf 1,2 t).

Die Angelfischer erreichten im Berichtsjahr mit 56,3 Tonnen ein um 6,9 Tonnen höheres Fangergebnis als im Vorjahr (+14 %), parallel stieg aber auch die Zahl an ausgegebenen Angelkarten um 1032 Stück (+ 8,8 %). Der Ertrag der Angler liegt um 5,2 Tonnen (+10 %) über dem Zehnjahresmittel. Maßgeblich bestimmt wurde das Ergebnis durch die weiter ansteigenden Fänge beim Barsch, welche im Vergleich zum Vorjahr um 6,7 t (+71,6 %) zunahmen. Der Barsch war daher 2018 die zweitwichtigste Art und machte über 28 % am Gesamtfang aus. Die wichtigste Art der Angler bleibt der Hecht, welcher im Fang mit knapp 17,2 Tonnen zwar leicht abnahm (gegenüber 2017 um 1,1 t bzw. –6,2 %), aber immer noch 30 % vom Gesamtfang ausmacht. Die für den Bodensee eigentlich typischen Zielarten der Angler, wie Felchen, Seesaibling oder Seeforelle, tauchen im Fang immer seltener auf: Felchen machen mit einer Fangmenge von 6,5 t nur noch 12 % vom Jahresfang 2018 aus. Beim Seesaibling stagnieren die Fänge auf niederem Niveau (bei ca. 0,8 t), bei der Seeforelle hat sich der Ertrag auf niederem Niveau nahezu verdoppelt (von 0,6 t auf 1,2 t). Diese Zunahme bei der Seeforelle liegt aber noch weit unter dem Durchschnitt der Jahre 2012-2015, als von den Anglern noch jährlich knapp 2 Tonnen gefangen wurden. Die Trüsche als ehemals bekannte Zielfischart der Angler erscheint nur noch als seltener Einzelfang.

Gesamtbericht Fangjahr 2018