Fangergebnisse der Bodenseefischerei im Jahr 2017

Der Gesamtertrag der Berufsfischer am Bodensee-Obersee erreichte 2017 nur rund 298 Tonnen (6,3 kg/ha). Dieses Ergebnis liegt wieder um 8,5 Prozent tiefer als im Vorjahr und um 47 Prozent unter dem Zehnjahresmittel (562,8 t). Maßgeblich für den Rückgang waren die schwachen Fänge bei Felchen mit Bodennetzen (34 t bzw. -25,7%). Dabei wurden 45 Prozent der Gangfische (15,3 t) innerhalb weniger Tage während des Laichfischfanges gefangen. Ein sehr geringer Anstieg bei den Felchenfängen im Schwebnetzsatz (+0,9 % bzw. 160 t) konnte dies nicht ausgleichen. Während der Monate April bis Juni wurde ein weiteres 40 mm Schwebnetz durch ein 38 mm Netz ersetzt.

Der Felchenertrag betrug insgesamt 194,8 Tonnen; das bedeutet einen Rückgang um 5,1 Prozent gegenüber 205,4 Tonnen, die nach dem Tief 2015 (152,4 t) im Vorjahr erzielt worden waren. Das Ergebnis liegt 52,2 Prozent unter dem langjährigen Mittel (407,9 t).

Die Konzentration des Gesamtphosphors (TP) betrug im Jahresmittel 7,5 µg/l. Obwohl es keine

Vollzirkulation gab, war die Durchmischung wieder besser als in den vorhergehenden Jahren; das Sauerstoffminimum über Grund lag bei 6,1 mg/l (IGKB).

Die laufenden Untersuchungen deuten darauf hin, dass es eher wieder mehr Stichlinge im See gibt.

Bei Barschen war gegenüber dem Vorjahr eine geringfügige Abnahme zu verzeichnen (-6 %). Der Barschertrag am Obersee befindet sich auf sehr niedrigem Niveau: das Ergebnis von 26,5 Tonnen liegt 58,1 Prozent unter dem Zehnjahresmittel von 63,1 Tonnen. Einen höheren Anteil am Gesamtfang der Berufsfischer machen inzwischen Weißfische und Brachsen aus (11,7 % bzw. 35 t). Auch bei diesen Fischarten war ein Rückgang im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen (-16,3 %). Weiter nennenswert ist der Fang an Aalen (4,4 % bzw. 13,1 t) und Hechten (4,0 % bzw. 11,9 t) – rückläufig sind die Erträge allerdings auch bei diesen beiden Arten (- 16 %). Die Seeforellenfänge lagen gleich wie im Vorjahr bei 2,5 Tonnen, der Seesaiblingsertrag hat sich marginalisiert (0,8 t). Dieses Ergebnis wurde von 96 Hochseepatent- und 14 Halden- bzw. Alterspatentinhabern erzielt.

Aufgrund der weiter rückläufigen Anzahl an Patenten (-5 im Vergleich zum Vorjahr) ist der mittlere Ertrag pro Patent zwar nur um 4,4 Prozent (bzw. 124 kg) gesunken; mit im Mittel 2,7 Tonnen Ertrag pro Patent ist jedoch weiterhin kein Auskommen mehr im Haupterwerb gegeben. Eine Verbesserung der schlechten Wirtschaftslage der einzelnen Berufsfischerinnen und Berufsfischer wird nach Umsetzung der beschlossenen Patentreduktion bis 2020 erwartet.

Die Angelfischer erreichten im Berichtsjahr mit 49,4 Tonnen ein um 4,5 Tonnen höheres Fangergebnis als im Vorjahr, und das trotz signifikantem Rückgang der Jahreskarten (-10,9 %). Dieser Ertrag liegt allerdings noch um 3,2 Tonnen (-6 %) unter dem Zehnjahresmittel. Maßgeblich bestimmt wurde das Ergebnis durch die weiter ansteigenden Fänge beim Hecht (+3,1 t bzw. +20,4 %), dessen Anteil am Gesamtfang inzwischen über 37 Prozent beträgt. Insgesamt wurden 11.702 Angelkarten ausgegeben, das sind um 935 weniger als im Vorjahr.

Gesamtbericht Fangjahr 2017