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Die AG Wanderfische

Auf Grund der Besorgnis erregenden Bestandes- und Ertragssituation der Bodensee-Seeforelle etablierte die IBKF im Jahr 1979 die „Arbeitsgruppe Seeforelle" mit dem Auftrag, sich um den Fortbestand dieser gefährdeten Art zu kümmern. Dieses erste Seeforellenprogramm war rückblickend dafür verantwortlich, dass die Seeforelle im Bodensee überhaupt überleben konnte und heute wieder fischereilich genutzt werden kann.

Um die Arterhaltung der Seeforelle im Bodensee auch langfristig zu sichern, waren jedoch weitere Abklärungen nötig. So z.B. wann und wie viele Seeforellen in welche Bodenseezuflüsse einwandern, ob und in welchem Maß erfolgreiche natürliche Fortpflanzungen stattfindet und vor allem wo die gewässerspezifischen Defizite liegen.Um diese Fragen zu beantworten und entsprechende weitere Maßnahmen zur Förderung des Seeforellenbestandes ergreifen zu können, beauftragte die IBKF die „Arbeitsgruppe Wanderfische“ ein entsprechendes Projekt durchzuführen. Dieses Interreg IV-Projekt lief unter dem Namen "Seeforelle-Arterhaltung in den Bodenseezuflüssen" im Zeitraum von 2010 bis 2013.

Gegenstand der Studie waren die 5 ausgewählten Zuflüsse Rotach, Argen, Leiblach, Bregenzer Ach und Goldach. Die Ergebnisse sind in einem rund 200 Seiten starken Fachbericht dokumentiert und in einem Kurzbericht zusammengefasst. Die Situation und Resultate in den einzelnen Projektgewässern werden vorgestellt und es werden gewässerspezifische Maßnahmen zur langfristigen Sicherung der Bodensee-Seeforelle vorgeschlagen.

Dieses Projekt zeigt einmal mehr, dass die Verantwortlichen in der Fischerei in allen Ländern nicht nur den Fang von Fischen und die wirtschaftliche Entwicklung von Fischereibetrieben im Auge haben, sondern auch sehr erfolgreich wirksamen Artenschutz betreiben können. Es hat sich durchaus bewährt, und auch dafür steht sinnbildlich die Bregenzer Übereinkunft von 1893, dass Fischereibiologen und Fischökologen die notwendige Kenntnis haben, um die nachhaltige Nutzung von Fischbeständen wissenschaftlich abzusichern, aber diese Experten eben auch eine Fischart erfolgreich vor dem Verschwinden bewahren können.

Das Untersuchungsprogramm wurde von den Bodensee-Anrainerländern finanziert und aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) im Rahmen des Interreg IV-Programms "Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein" gefördert.

Ergänzend wurde eine Genetik-Studie von der Universität Konstanz erstellt, in der die im Rahmen des Projektes gesammelten Gewebeproben molekularbiologisch untersucht wurden.

 

Die Aktivitäten der AG-Wanderische im Jahr 2014 sind dem Jahresbericht zu entnehmen.

 



Vorsitz der AG Wanderfisch

Herrn Tel: 00423 236 / 6401
Roland Jehle  
Amt für Umwelt Roland.Jehle(at)awnl.llv.li
Postfach 684  
9490 Vaduz