Pressemitteilung IBKF 2018

Internationale Bevollmächtigtenkonferenz für die Bodenseefischerei (IBKF) Tagung vom 20. Juni 2018 in Viktorsberg, Vorarlberg

Bodensee-Obersee: 2017 zweitniedrigstes Fangergebnis seit 1936  

Der Gesamtertrag der verbliebenen 100 Berufsfischer am Bodensee-Obersee erreichte im Jahr 2017 rund 298 Tonnen (6,3 kg/ha). Dieser Wert liegt 47 Prozent unter dem Mittelwert der letzten zehn Jahre (562,8 t) und ist das zweitniedrigste Ergebnis seit 1936. Die Ursachen dafür sind vielfältig.

Die diesjährige Internationale Bevollmächtigtenkonferenz für die Bodenseefischerei fand unter dem Vorsitz Österreichs am 20. Juni 2018 in Viktorsberg statt. Schwerpunktthemen waren die geringen Fangerträge aufgrund des niedrigen Nährstoffgehaltes im See, des hohen Fraßdruckes der Kormorane und des Einflusses der Stichlinge sowie die Umsetzung der Patentreduktion und die Anpassung einiger Befischungsregeln.

Die Angelfischer erreichten im Berichtsjahr mit 49,4 Tonnen ein um 4,5 Tonnen höheres Fangergebnis als im Vorjahr. Dieser Ertrag liegt allerdings um 3,2 Tonnen (-6 %) unter dem Zehnjahresmittel. Maßgeblich bestimmt wurde das Ergebnis der Angler durch die weiter ansteigenden Fänge beim Hecht (+3,1 t bzw. +20,4 %), dessen Anteil am Gesamtfang inzwischen über 37 Prozent beträgt. Insgesamt wurden 2017 am Bodensee-Obersee 11.702 Angelkarten ausgegeben, das sind um 935 weniger als im Jahr davor.

Kormorane entnehmen fünfmal mehr Fische als die Angler
Der Bestand an Kormoranen am Bodensee (Obersee und Untersee) hat weiter zugenommen. Im April 2017 wurden 1.833 Vögel gezählt. Die Fischentnahmen durch den Kormoran aus dem Bodensee und den mündungsnahen Abschnitten der Zuflüsse werden auf 220 – 260 Tonnen geschätzt. Die Bevollmächtigten halten zum Schutz der Fische ein wirksames Kormoranmanagement rund um den See für zwingend notwendig.

Erforschung des Stichlings wird ausgeweitet
Auf der Konferenz wurde das Interreg -Projekt «SeeWandel: Leben im Bodensee – gestern, heute und morgen» (www.seewandel.org) vorgestellt. Dieses Projekt untersucht den Einfluss von Nährstoffrückgang, Klimawandel, gebietsfremder Arten und anderer Stressfaktoren auf das Ökosystem Bodensee. SeeWandel umfasst 13 Teilprojekte an 7 Instituten. Zwei dieser Teilprojekte befassen sich mit der Autökologie des Stichlings, der sich in den letzten Jahren massenhaft im See vermehrt hat.

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