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Seeforelle - Arterhaltung in den Bodenseezuflüssen

Um die Arterhaltung der Seeforelle im Bodensee auch langfristig zu sichern, sind verschiedene Fragen zu beantworten. So z.B. wann und wie viele Seeforellen in welche Bodenseezuflüsse einwandern, ob und in welchem Maß erfolgreiche natürliche Fortpflanzungen stattfindet und vor allem wo die gewässerspezifischen Defizite liegen.Um diese Fragen zu beantworten und entsprechende weitere Maßnahmen zur Förderung des Seeforellenbestandes ergreifen zu können, beauftragte die IBKF die „Arbeitsgruppe Wanderfische“ ein entsprechendes Projekt durchzuführen. Dieses Interreg IV-Projekt lief unter dem Namen "Seeforelle-Arterhaltung in den Bodenseezuflüssen" im Zeitraum von 2010 bis 2013. Gegenstand der Studie waren die 5 ausgewählten Zuflüsse Rotach, Argen, Leiblach, Bregenzer Ach und Goldach. Die Ergebnisse sind in einem rund 200 Seiten starken Fachbericht dokumentiert und in einem Kurzbericht zusammengefasst. Die Situation und Resultate in den einzelnen Projektgewässern werden vorgestellt und es werden gewässerspezifische Maßnahmen zur langfristigen Sicherung der Bodensee-Seeforelle vorgeschlagen. Dieses Projekt zeigt einmal mehr, dass die Verantwortlichen in der Fischerei in allen Ländern nicht nur den Fang von Fischen und die wirtschaftliche Entwicklung von Fischereibetrieben im Auge haben, sondern auch sehr erfolgreich wirksamen Artenschutz betreiben können. Es hat sich durchaus bewährt, und auch dafür steht sinnbildlich die Bregenzer Übereinkunft von 1893, dass Fischereibiologen und Fischökologen die notwendige Kenntnis haben, um die nachhaltige Nutzung von Fischbeständen wissenschaftlich abzusichern, aber diese Experten eben auch eine Fischart erfolgreich vor dem Verschwinden bewahren können. Das Untersuchungsprogramm wurde von den Bodensee-Anrainerländern finanziert und aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) im Rahmen des Interreg IV-Programms "Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein" gefördert. Ergänzend wurde eine Genetik-Studie an der Universität Konstanz in Auftrag gegeben, die die im Rahmen des Projektes gesammelten Gewebeproben molekularbiologisch untersucht und weitere wichtige Hinweise für die künftige Bewirtschaftung liefern soll. Der Ergebnisbericht dazu wird im Frühjahr 2015 erwartet.